Aller guten Dinge sind drei - Miteinander sind wir stärker

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Die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Unteres Toggenburg feierte am Sonntag 8. Januar nach der Erweiterung durch die ehemalige Kirchgemeinde Lütisburg ihr zweites Gründungsfest. Mit drei Kurzandachten in den Kirchen von Bütschwil, Ganterschwil und Lütisburg und einem Fussmarsch zwischen den drei Stationen wurde der Anlass symbolträchtig begangen. (Bilder siehe Galerie)
Claudia Egli,
Die Evang.-ref. Kirchgemeinde Unteres Toggenburg besteht in ihrer nun mit Lütisburg erweiterten Form rechtlich seit dem 1. Januar dieses Jahres. Nachdem sich die ehemalige evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Bütschwil mit Dietfurt und Mosnang schon vor drei Jahren mit der Kirchgemeinde Ganterschwil zusammengeschlossen hatte, trat auf Jahresanfang nun auch die Kirchgemeinde Lütisburg bei. Damit ist die neu geschaffene Kirchgemeinde noch einmal beträchtlich vergrössert worden. Durch einen symbolischen Umgang mit besinnlichen Stationen in allen drei Kirchen fand der Anlass eine ihm entsprechende Form: das Auf-einander-Zugehen. In vielfältiger Form wurde dabei bewusst gemacht, wieviel dafür schon getan wurde. Und dass noch viel zu tun bleibt.

Stabile Dreizahl als Aufgabe
Der besinnliche Festakt mit Beginn am Sonntagnachmittag nahm in der noch weihnächtlich geschmückten Kirche Bütschwil seinen Anfang, bereichert durch lieblich-besinnliche Musik (Monica Fisch, Querlöte; Roman Bislin, Klavier), komponiert von Roman Bislin. Pfarrerin Katharina Leser und Pfarrer Anselm Leser gaben ihrer Freude zum Anlass der Feier Ausdruck. Das Wesentliche liege auch hier im geistigen Zentrum, aus dem heraus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auch unserer Gemeinde erwachse, in Christus. Dass die neue Gemeinde viel davon mitnehme und umsetze, das wünschten sich beide Pfarrpersonen. Wir dürften ruhig „gross“ von ihr denken und uns selbst viel von ihr erwünschen, immer im Wissen darum, dass wir alle Teil davon seien – Teil nicht nur „unserer“ Kirchgemeinde, sondern offen und zugewandt der ganzen Welt. Nach Abgabe einer „Wegzehrung“ in Form eines Riegels machten sich die Wanderlustigen unter den Kirchbesuchern (es waren nicht wenige!) auf den Weg nach Ganterschwil. Er wurde trotz des vielen Schnees in angeregten Gesprächen und in Rekordzeit bewältigt. Andere legten das Wegstück im dafür bereitgestellten Shuttle-Bus zurück.
In der Kirche Ganterschwil variierte Pfarrerin Brigitta Schmidt Besinnliches zur Dreizahl. Mit dem Dazustossen der neuen Gemeinde sei nun auch hier die Drei erreicht, welche in der Natur, der Philosophie, aber gerade auch im christlichen Glauben eine Schlüsselrolle spiele: Aller guten Dinge seien eben drei. Die Dreizahl stehe für Stabilität, was die Pfarrerin mit einem physikalischen Experiment augenfällig machte. Weitere Kurzexperimente, veranschaulicht von drei jugendlichen Teilnehmern (Angelika Kern, Melanie Schefer und Lukas Stettler), machten „soziale“ Anwendungen deutlich: Stabilität ist auch im Umgang von uns Menschen miteinander nicht einfach gegeben. Sie muss täglich errungen werden. Die stimmungsvoll-heitere Andacht wurde bereichert durch drei vorgetragene Lieder des Evangelischen Kirchenchors Ganterschwil unter der Leitung von Monica Fisch.

Zusammenwachsen
Dass zum Thema Zusammenwachsen schon viel geleistet worden ist, machte die festliche Schlussandacht in der Kirche Lütisburg deutlich. Wie man sich dieses Miteinander vorstellen kann, stand im Zentrum der Worte von Pfr. Fabian Kuhn. Dabei wurde er schnell einmal von einer jugendlichen Gottesdienstbesucherin (Tanja Britt) herausgefordert: Modern müsse die Zukunft sein, sonst spreche sie die Jugend nicht an. Dass diese beitragswillig ist, stellte Matthias Britt, der Bruder der selbstbewussten jungen Christin, sofort unter Beweis. Er ergriff sein Schwyzerörgeli, setzte sich auf das Köfferchen des Örgeli und begann beherzt zu spielen – allerdings auch nicht unbedingt modern, war es doch ein Hit der traditionell volkstümlichen Melodien, „Uf em Stoos ob Schwyz“, mit Tempo und Geläufigkeit gespielt. Das leitete über zur Substanz: Die Zukunft auch der „neuen“ Kirchgemeinde könne nur sein, wenn sie von allen getragen werde, sie liege im Miteinander für alle, Jung und Alt. Diese Botschaft stand auch im Zentrum des Schlusswortes von Kirchenvorsteherschafts-Präsident Enzo Fuschini.
Die offiziellen Gruss- und Glückwünsche aus dem Munde von Moderatorin Veronika Longatti und Kirchenrätin Annina Policante (Evang.-ref. Kantonalkirche St. Gallen) gingen ebenfalls in diese Richtung. Viel sei schon geschehen in Richtung auf das gemeinsame Wirken in der Welt und nötige Respekt ab, viel bleibe aber auch noch zu tun. Pfarrer Josef Manser (Kath. Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg) versprach sich weitere Schritte auf dem schon lange mit Engagement beschrittenen Weg im ökumenischen Geist. Das von der Lütisburger Gemeindepräsidentin Imelda Stadler überreichte Geschenk brachte es in seiner Symbolik perfekt zum Ausdruck – eine schiffsförmige Blumenschale mit einem sorglich ausgewählten Blumenarrangement, dessen Botschaft klar zutage trat: Ihr seid jetzt alle im gleichen Boot. Achtet darauf, dass die grossen Pflanzen Raum lassen für kleinere, ebenfalls lichtbedürftige. Oder wie Enzo Fuschini es kurz und treffend ausdrückte: Die Dreizahl ist erreicht, jetzt ist die Zeit des Zusammenwachsens.
Die von Herzen gesungenen und vollklingenden Lieder, verstärkt durch die beiden Kirchenchöre (Lütisburg und Ganterschwil), stimmten dazu optimistisch.

Peter Küpfer