Hoffnungszeichen

01; Glasfenster Kirche Stein SG —  Glasfenster in der Kirche von Stein SG<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-toggenburg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>531</div><div class='bid' style='display:none;'>6729</div><div class='usr' style='display:none;'>133</div>
Liebe Mitchristinnen und Mitchristen

In dieser ausserordentlichen Zeit, in die uns das Coronavirus gebracht hat, ist es manchmal schwierig, klare und positive Gedanken zu finden; gerade dann, wenn man Freunde und Verwandte für längere Zeit nicht sehen kann und für sich bleiben muss. In dieser Situation möchten wir uns der Kantonalkirchlichen Sicht "Wir halten Abstand. Aber im Glauben zusammen" (www.ref-sg.ch) anschliessen und miteinander nach dem Ausschau halten, was aufblicken lässt und Hoffnung schenkt.

Das Pfarrteam der Evangelischen Kirchgemeinde Unteres Toggenburg
Brauchen Sie Rat, Unterstützung, Hilfe? Melden Sie sich bei uns!
Anselm Leser
Katharina Leser
Brigitta Schmidt
Fabian Kuhn

Samstag / Pfingstsonntag, 30. / 31. Mai
Mit einem Text zu Pfingsten von Anton Rotzetter beenden wir die Gedanken und Texte «Hoffnungszeichen» verbunden mit dem Wunsch, dass Sie auch in den kommenden Tagen und Wochen viele Zeichen der Hoffnung erleben und sehen dürfen. Mögen Sie die Schritte der Öffnung, die mit den "bundesrätlichen" Lockerungen einhergehen, zuversichtlich gehen können. Vielleicht sind unsere persönlichen Schritte manchmal noch zaghaft und unsicher, aber Gott verspricht, sie mit uns zu gehen. Er schenkt, daran erinnert uns das Pfingstfest wieder neu, seinen Heiligen Geist, der uns Kraft geben will für alle unsere Wege, auch für die manchmal mühsamen Wegabschnitte in unserem Leben.
In diesem Sinn wünschen wir Ihnen viele stärkende Momente und Gottes Segen, Katharina Leser und Anselm Leser

Ruf in mir
Heiliger Geist
Nach Gott und seiner Gerechtigkeit

Bet in mir
Heiliger Geist
Um Freude und Zuversicht

Wein in mir
Heiliger Geist
Vor Schmerz und Traurigkeit

Klag in mir
Heiliger Geist
Über Trennung und Tod

Sing in mir
Heiliger Geist
Das Lied der Befreiung

Juble in mir
Heiliger Geist
im Land der Lebendigen

Anton Rotzetter

Freitag, 29. Mai
Bald ist Pfingsten und wenn dieses Jahr auch vieles anders war, die Natur zeigt sich wieder üppig wie immer im Monat Mai und Juni. Wir dürfen mit den Jugendlichen des Pfeffersternprogramms am Pfingstmontag einen Workshop zum Thema im Reich der Düfte durchführen. Dabei geht es neben der Herstellung von Naturkosmetika auch darum, den Wald mit allen seinen Pflanzen genauer kennenzulernen.
Dabei kommt mir das Lied von Paul Gerhardt in den Sinn: Geh aus mein Herz und suche Freud..
in der 8. Strophe heisst es so poetisch: Ich selber kann und mag nicht ruhe: Des grossen Gotttes, grosses Tun erweckt mir alle Sinnen. Von Herzen wünsche ich, dass sie in den kommenden Tagen ihre Sinne gebrauchen können, wenn sie barfuss durchs Gras gehen, wenn sie die frisch gemähten Wiesen und das duftende Heu riechen, wenn sie die wärmenden Strahlen der Sonne auf ihrer Haut spüren, wenn sie frische Kräuter im Salat geniessen dürfen. Alles Gute bei ihren Erlebnissen wünscht Ihnen
Brigitta Schmidt

Donnerstag, 28. Mai
Gestern hat der Bundesrat weitreichende Lockerungen für das gesellschaftliche Leben verkündet, obwohl die Gefahr durch das Virus - man denke nur an die Lage in den USA und Brasilien - keineswegs gebannt ist.
Was hilft mir in dieser Zeit, was gibt mir Mut und Sicherheit?
Einerseits die Hoffnung auf uns Menschen, dass wir mit Social Distancing eine "zweite Welle" verhindern können.
Andererseits die Hoffnung auf Gott, der uns verspricht: "(...) ich kenne die Gedanken, die ich über euch denke, Spruch des HERRN, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch eine Zukunft zu geben und Hoffnung." (Jer 29,11). Das hilft, gerade auch in den Situationen, die mir Sorgen bereiten und die ich selbst nicht ändern kann.
Fabian Kuhn

Dienstag - Mittwoch 26./27. Mai
Am Mittwoch wird der Bundesrat tagen, um die nächsten Lockerungsschritte zu beschliessen. Damit sind sehr viele Hoffnungen von Menschen verbunden, welche sich wieder etwas mehr Freiheit und weniger Vorschriften erhoffen, um vielleicht wieder arbeiten gehen zu können, ihre Eltern im Altersheim besuchen und sie umarmen zu dürfen. Es gibt aber auch viele Menschen, welche sorgenvoll auf den morgigen Tag schauen, weil sie sich vom Corona-Virus immer noch bedroht fühlen, auch wenn die Fallzahlen nur noch sehr klein sind.
Der Grat zwischen Hoffnung und Angst kann sehr schmal sein; es wird nicht nur für den Bundesrat, es wird für uns alle eine Herausforderung sein, mit der neuen Situation umzugehen. Der Hoffnung der einen Auftrieb zu geben ohne die anderen zu gefährden, dass ist mein Hoffnungszeichen, dem ich nachleben möchte.
Hebed Sie sich Sorg - herzlichst Enzo Fuschini

Montag 25. Mai
Wir starten in die letzte Woche unserer Rubrik "Hoffnungszeichen", dürfen wir doch an Pfingsten wieder mit Ihnen zusammen Gottesdienst feiern. Damit wir nicht Hoffnungen zerstören, wollen wir dies nach allen Regeln tun, welche das Schutzkonzept uns abverlangt.Insbesondere werden wir zwecks allfällig notwendiger Nachverfolgung von Kontakten mit Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesuchern, welche noch unerkannt das Virus in sich tragen, ihre Personalien aufnehmen. Diese Liste wird aber nach spätestens drei Wochen, wenn wir hoffnungsvoll gesund geblieben sind, entsorgt. Wir freuen uns sehr, wenn Sie mit uns feiern.

Samstag / Sonntag, 23. / 24. Mai
In diesen Zeiten hören wir so intensiv wie selten zuvor die Nachrichten und Berichte vor allem des Senders SRF 1. Was uns ganz besonders anspricht und gut tut, ist die Tatsache, dass all die Nachrichten und Sendungen mit all den unterschiedlichen Musikstilen am Sonntagvormittag damit verbunden wird, dass ohne jegliche Kommentierung Verse aus der Bibel gelesen werden. «Gottes Wort», sein Zuspruch, die mit unserem Glauben verbundenen Hoffnungen und Wegweisungen dürfen ohne jegliche Deutung das bei mir anklingen lassen, was sie in diesem Moment sagen wollen oder auch nicht.
In diesem Sinn seien am Wochenende dieses Sonntages «Exaudi - Herr, höre meine Stimme» auch im Rahmen der Hoffnungszeichen die Verse unkommentiert aufgenommen, die mit diesem Sonntag in Verbindung stehen – verbunden mit herzlichen Segenswünschen, Katharina Leser und Anselm Leser

Der neue Bund
31 Sieh, es kommen Tage, Spruch des HERRN, da schliesse ich einen neuen Bund mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda, 32 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe an dem Tag, da ich sie bei der Hand nahm, um sie herauszuführen aus dem Land Ägypten; denn sie, sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl doch ich mich als Herr über sie erwiesen hatte! Spruch des HERRN. 33 Dies ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schliessen werde nach jenen Tagen, Spruch des HERRN: Meine Weisung habe ich in ihre Mitte gegeben, und in ihr Herz werde ich sie ihnen schreiben. Und ich werde ihnen Gott sein, und sie, sie werden mir Volk sein. 34 Dann wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner seinen Bruder belehren und sagen: Erkennt den HERRN! Sondern vom Kleinsten bis zum Grössten werden sie mich alle erkennen, Spruch des HERRN, denn ich werde ihre Schuld verzeihen, und an ihre Sünden werde ich nicht mehr denken.


Freitag, 22. Mai
Beinahe habe ich vergessen, dass ich dran bin - bin im Moment ziemlich beschäftigt mit der Frage, was ist christliche Gemeinde ganz konkret. Die neuen Verordnungen für die Gottesdienste lassen uns wieder Feiern mit den Gläubigen mit dem notwendigen Abstand und ohne Singen zu. Was heisst es eigentlich Gottesdienst zu feiern? In meiner Textsammlung habe ich ein Zitat von Albert Schweizer gefunden: Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er eine Kirche besucht, irrt. sich. Man wird ja auch kein Auto, weil man eine Kirche besucht.
Weshalb möchten wir Christen sein - was braucht es dazu?
Fabian Kuhn hat im letzten Gottesdienst so eindrücklich von der Barmherzigkeit Gottes gesprochen - ich meine, das Bewusstsein, dass wir Gottes Barmherzigkeit brauchen, ist doch wichtig.
Brigitta Schmidt

Donnerstag 21. Mai
Livestream Gottesdienst:
https://www.youtube.com/watch?v=Ztod2bKRr7s&feature=youtu.be

Mittwoch 20. Mai
Und noch ein grosses Hoffnungszeichen:
Ab Ende Mai dürfen wir wieder Gottesdienste mit Ihnen feiern!

Dienstag 19. Mai
Es tut gut, den Vögeln bei ihrem Gezwitscher zuzuhören und zu beobachten, wie sie emsig Futter sammeln für ihre Brut.
Es tut gut, wieder mit Freunden zusammenzusitzen (auch wenn es nur zwei sind), zu essen, zu plaudern, zu lachen.
Es tut gut, sich wieder etwas freier bewegen zu dürfen ohne zu spähen, ob wohl jemand entgegenkommt und den Weg kreuzt.
Hoffnungszeichen noch und noch!

Montag 18. Mai
Mit persönlichen Hoffnungszeichen gehe ich in diese neue Woche:

- Unserer Familie, unseren Freunden geht es gut.
- Am Wegrand blüht es in allen Farben und Formen.
- Das Gemüse im Garten gedeiht, bald bereichert es unseren Tisch.
- Die Kühe grasen friedlich auf den Weiden rund um unsere Dörfer.
- Die Sonne wärmt unsere Glieder und Seelen.

Samstag / Sonntag, 16. / 17. Mai
In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Publik-Forum sind wir auf einen Text von Heidemarie Langer gestossen, den wir gerne auch unter den "Hoffnungszeichen" aufnehmen. Dieser Text gehört in diese Wochen zwischen Ostern und Pfingsten, erzählt aber von Erfahrungen, die immer gelten bzw. immer gelten sollten. Auch wenn in diesen Wochen viele Lockerungen möglich sind, ein Stück Normalität sich auch wieder zeigt, so lautet das Motto unserer Kantonalkirche nach wie vor: Wir halten Abstand. Aber im Glauben zusammen.
Dass wir gerade auch darin Blühendes in und um uns erleben, das wünschen wir Ihnen zu diesem Wochenende, Katharina Leser und Anselm Leser

Ostern 2020
Es begab sich zu einer Zeit,
wo alle Welt auf Abstand gehen sollte
und sich voreinander verstecken sollte
aus Furcht vor Krankheit und Übertragung -
da liessen sie es nicht zu,
lebendig eingeschlossen zu sein,
standen wider Gebote auf,
verliessen ihre Wohnstätten
und machten sich auf den Weg
in Felder, Wiesen, Gärten -
und fanden
aufblühendes Leben.

Auf den Weg zueinander
machten sie sich auf -
und fanden
leuchtende Blicke
blitzende Gedanken
singenden Mut -
Schritt um Schritt
hingewandt
im Wir
im Du -

Christus ist auferstanden.

Freitag, den 15. Mai
Seit heute gehört mein Mann zur Risikogruppe – er feiert heute abend seinen 65. Geburtstag und zwar vor dem Bildschirm. Jedem seiner 4 Geschwister hat er eine Flasche Wein zukommen lassen und einen Termin für eine Zoomkonferenz abgemacht. Einzig seinen Zwillingsbruder geht er mit Body-distancing besuchen. Ich mache mir im Moment Gedanken, wie ich das Abendmahl an Pfingsten im Livestream in der Kirche Lütisburg gestalten will.
Eigentlich ist es ja für uns Reformierte kein besonderes Problem, denn wie schon oft gesagt, das Abendmahl ist für uns ein Erinnerungsmahl. Aber eben in diesen Tagen vermisse ich die Gemeinschaft mit den Gemeindemitgliedern ganz besonders. Ich möchte nicht vor dem Bildschirm Traubensaft trinken und Brot essen, schliesslich bin ich schon genug ausgestellt. Es gibt Menschen, die die Nahrungsaufnahme mit einem Auftanken oder Laden der Batterie vergleichen. Das Abendmahl ist für mich ein wunderbares Symbol, weil es uns sagt, so wichtig wie Essen und Trinken, so nötig sollte uns die Beziehung zu Gott sein! Mit Gott in Verbindung zu sein, ist nicht nur eine Sonntagsbeschäftigung. Ich bin gespannt, wie an Pfingsten wir das Abendmahl gestalten können und ich bete darum, dass alle, die sich an diesem Tag zum Gebet und zur Feier des Gottesdienstes vor dem Bildschirm versammeln etwas Kräftigendes erleben dürfen.
Brigitta Schmidt

Donnerstag, 14. Mai
Heute Morgen bin ich in Wil an zwei Plakaten vorbeigefahren «Wählen sie am 16. März Daniel Gerber in den Kantonsrat» / «Immo Messe 26. - 28. März 2020». –
Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass diese Termine schon fast zwei Monate in der Vergangenheit liegen.
Zwei Monate, in denen das gesellschaftliche Leben fast stillgestanden ist.
Zwei Monate, in denen man merkt, was man vermisst.
Zwei Monate, in denen man aber auch merkt, was man eigentlich nicht braucht.
Zum Beispiel die Werbung, die im Alltag fast unaufhörlich auf mich reinprasselt.
Fabian Kuhn

Mittwoch, 13. Mai
Vielleicht haben wir ja geschickt gehandelt, dazu auch Glück,
und das Corona-Virus zieht sich nach und nach zurück.
Wohin, das ist uns egal,
aber bitte ein für allemal,
dann würden wir es sogar rühmen, das "gute" Stück.

Mit viel Disziplin, Zuversicht und gutem Mut,
- was bestimmt positiver ist als eine blinde Virus - Wut,
wären wir Corona und die Limericks los,
die Freude darüber wäre überall riesengross,
das täte uns, ja der ganzen Menschheit sooo gut!

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit beschliesse ich hier die Limerickerei.
Vielleicht habe ich ja mit den Versen das Virus so erschreckt, dass es wirklich das Weite sucht!
Hebed Sie sich Sorg - herzlichst Enzo Fuschini

Dienstag 12. Mai
Endlich dürfen wir unseren Körper wieder auf Vordermann bringen,
unsere Muskel stählen und dann das Schwitztuch auswringen.
Wir können turnen und laufen,
die besten Schuhe dazu kaufen,
fast alles dürfen wir wieder tun, nur nicht singen.

Denn mit dem Singen bilden sich leider Aerosole,
die landen dann vielleicht mit dem Virus auf der Konsole.
Darum bleiben wir halt stumm,
wir sind ja nicht dumm,
und unterlassen brav jeden Gesang und jedes Gejohle!

Montag, 11. Mai
An diesem Corona-Lockerungstag begleite ich Sie gerne mit einigen Gedanken in diese für uns alle spezielle Woche. Freuen Sie sich über all das, was wieder möglich ist. Ich wünsche Ihnen die Gelassenheit, die zurückgewonnene Freiheit mit Bedacht zu nutzen.

Juhui wir dürfen wieder ins Restaurant, aber nur ohne zu husten,
durch den Strohhalm im Cocktailglas dürfen wir trinken, ja nicht pusten.
Zu viert dürfen wir kommen,
einer mehr würde zur Seite genommen,
da würde kein Lavieren etwas nützen und kein Fusten.

Die Kinder gehen wieder in die Schule, was für ein Segen,
wie nach einer Dürre der der erste grosse Regen.
Museen darf man wieder besuchen,
in Bibliotheken ein gutes Buch aussuchen,
und dabei niemals vergessen, auf Distanz und Hygiene Wert zu legen.

Samstag / Sonntag, 9. / 10. Mai
Ich komm', weiss nit woher,
ich bin und weiss nit wer,
ich leb' weiss nit wie lang,
ich sterb' und weiss nit wann,
ich fahr', weiss nit wohin:
Mich wundert's, dass ich fröhlich bin.

Da mir mein Sein so unbekannt
geb' ich es ganz in Gottes Hand, -
die führt es wohl, so her wie hin:
Mich wundert's, wenn ich noch traurig bin.
Hans Thoma
Dieses Gedicht hab ich zum Neujahr einmal bekommen - im Moment, in der so vieles unsicher ist und jede Planung ständig in Frage gestellt ist, ist es doch wichtig, dass wir vertrauen, Gottes Hand führt uns wohl so her wie hin. Wünsche uns allen guten Mut!
Brigitta Schmidt


Donnerstag, 7. Mai

»Denkt nicht an das, was früher war, und was vormals war - kümmert euch nicht darum. Seht, ich schaffe Neues, schon spriesst es, erkennt ihr es nicht? Ja, durch die Wüste lege ich einen Weg und Flüsse durch die Einöde.« (Jes 43,18-19)

Mittwoch 6. Mai
Schlimm ist, dass uns das Virus so isoliert,
und damit unser soziales Leben arg massakriert.
Ein Leben so allein,
darf doch einfach nicht sein.
Hätte sich das Corona-Virus doch mit sich selber infiziert!

Liebes Corona, wir möchten dir freundlich sagen,
bitte, bitte höre doch auf uns zu plagen.
Sonst geben wir dir einen Klaps,
oder wir holen den Schnaps,
und dann geht es dir wirklich an den Kragen!!

Dienstag 5.Mai
Sport ist wieder in - ausser Ringen und Schwingen,
auch beim FC St.Gallen dürfen die Kassen noch nicht klingen.
Vermeidet immer noch die Menschenmassen,
trefft euch doch zu viert beim Jassen,
auch das kann euch zum Schwitzen bringen.

Vieles bei diesem Virus ist nicht ganz klar,
was ist wohl falsch, und was ist wahr?
Ja, Corona ist eine Pein,
dieses Virus ist gar nicht fein,
doch die Medien behandeln es wie einen Star.

Fortsetzung folgt.

Montag, 4. Mai
Die Corona - Nachrichten begleiten uns leider immer noch, und wir begleiten sie mit den Versen.
Wir wünschen Ihnen einen guten Start in die neue Woche - und hebed Sie sich witerhin Sorg.
Enzo Fuschini

Den Bundesräten gebührt unser aller Dank,
wir sind zum Glück wohlauf - und nicht krank.
Uns geht es gut,
und wagen es mit frischem Mut,
zu räumen Keller, Estrich und jeden Schrank.

Zaghaft dürfen wir wieder raus um zu laufen,
die Läden besuchen um dort einzukaufen,
zum Coiffeur gehen mit Maskenschutz,
die Haare kürzen für ein paar Stutz.
Doch genau die fehlen uns nun, um sie zu raufen.

Fortsetzung folgt.

Samstag, 2. Mai, und Sonntag, 3. Mai
Nicht erst seit Beginn der Coronakrise haben wir je nach Situation ein sehr unterschiedliches Zeitempfinden. Aber dieses heimtückische kleine Virus zwingt uns, plötzlich mehr Zeit zu Hause zu verbringen! Während wir vielleicht manchmal dankbar dafür sind, nicht konstant unter Zeitdruck zu stehen und ständig den Eindruck zu haben, dass wir sowieso immer irgendwie zu spät sind, gibt es auch die Momente, in denen uns dieses zurückgezogene Leben schier erdrückt, wir uns einsam fühlen und nicht wissen, wann endlich die Zeit gekommen ist, dass wir unseren Familien und Freunden wieder nahe sein dürfen. Dann sind da – Gott sei Dank – auch wieder erfüllte Augenblicke, in denen wir uns freuen, ohne schlechtes Gewissen wieder einmal ganz viel Zeit für uns zu haben.
Wie unterschiedlich unser Zeitempfinden – nicht nur in der jetzigen schwierigen Zeit – sein kann, davon erzählt Oliver Spies in den folgenden Gedanken:

Meine Grosseltern hatten eine wunderschöne alte Standuhr. Als Kind sah ich oft fasziniert zu, wie das lange Pendel von links nach rechts und wieder zurück schlug. Dabei hatte ich das Gefühl, diese Uhr ginge langsamer als die meiner Eltern, die oft etwas von «zu spät» riefen. Überhaupt schienen meine Grosseltern mehr Zeit zu haben: zum Mittagschlaf, Teetrinken, Pfannkuchenbacken, Zeitunglesen, Reisen, für uns Enkel und irgendwelche Vereine.
Heute weiss ich, dass ihre Minuten und Stunden meinen exakt entsprachen. Die physikalische Zeitmessung lässt da keine Abweichungen zu. Und doch habe ich gelegentlich noch immer den Eindruck, dass Uhren unterschiedlich ticken. Zum Beispiel jetzt im Frühling, wenn Sonnenstrahlen und Knospen manchmal einen ganz anderen Takt in meinen Alltag bringen. Mich, wenn ich sie denn wahrnehme, innehalten, staunen, geniessen lassen. Dann liegt die Zeit, die ich sonst möglichst effektiv verplane, plötzlich da wie ein Geschenk. Dann leuchten mir die alten Worte aus Psalm 31 ein: «Meine Zeit steht in deinen Händen, Gott!»
Die Zeit gibt unserem Leben einen Rahmen und ist doch mehr als die Summe von Tagen. Leben ist grösser. Es gibt Augenblicke, in denen das, was sich sonst unfertig anfühlt, ganz und erfüllt erscheint. Momente wie Inseln im Hier und Jetzt für Sehnsüchte, Begegnungen, Veränderungen, Verzeihen, Überraschungen, Freude, Gespräche, Berührung. Zeiten, die Gott ins Spiel bringt. Diese Gelegenheiten kann ich weder erzwingen noch verschieben. Ich muss sie wahrnehmen und ergreifen, wenn sie dran sind…

Oliver Spies

Mögen Sie in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder solche kraftgebenden «Momente wie Inseln im Hier und Jetzt» erleben dürfen. Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Sonntag und grüssen Sie herzlich, Katharina Leser und Anselm Leser

Donnerstag, 30. April

Es gibt einen Fahrplan.
27. April, 11. Mai, 8. Juni.
Fertig Corona.
Zurück zu normal.

Doch diese Normalität gibt es nicht mehr.
Zumindest solange es keine Medizin gegen das Virus gibt.

Was also sollen wir tun?
Abwarten oder aufbrechen?
Neue Wege suchen oder darauf vertrauen,
dass die alten Wege sich in ein paar Monaten wieder öffnen?

Die Bibel ist voll von Menschen,
die ihr Leben verändert haben,
verändern mussten,
und damit den Gang der Geschichte verändert haben:

Abraham, Josef, Mose, Rut,
David, Esther, Petrus,
Maria von Magdala, Paulus.

Entscheidendes geschieht durch Veränderung,
nicht durch Bewahrung.

Fabian Kuhn


Mittwoch, 29. April
Immer wieder ist zu hören, dass viele Geschichten der Bibel so schwer zu verstehen sind. Ja, was hat die Bibel denn mit uns und unserem Leben zu tun? Brauchen wir sie überhaupt noch? Ist die Bibel nicht veraltet und viel zu verstaubt? Jörg Zink meint dazu:

Ich brauche die Bibel

Es gibt Menschen, die die Bibel nicht brauchen.
Ich gehöre nicht zu ihnen.
Ich habe die Bibel nötig.
Ich brauche sie, um zu verstehen, woher ich komme.
Ich brauche sie, um in dieser Welt einen festen Boden unter den Füssen und einen Halt zu haben.
Ich brauche sie, um zu wissen, dass einer über mir ist und mir etwas zu sagen hat.
Ich brauche sie, weil ich gemerkt habe, dass wir Menschen in den entscheidenden Augenblicken füreinander keinen Trost haben und dass auch mein eigenes Herz nur dort Trost findet.
Ich brauche sie, um zu wissen, wohin die Reise mit mir gehen soll.

Jörg Zink

Dienstag, 28. April

Was bruuchts alls für en Pfarrer

Moll, au en Pfarrer bruucht e Frau,
Dänn no e rächti, goppel au:
i eusne Fäll isch es graate!

Moll, au en Pfarrer bruucht vil Chind,
wo cherngsund und munter sind,
vo möglichscht vilne Aarte.

En Pfarrer bruucht no Publikum,
er zaiget im, was graad isch und was chrumm
und isch parad zum Raate.

En Pfarrer bruucht au e Poschtur,
en Pfarrer brucht e Chilenuhr,
dass d'Chunde nid müend warte.

En Pfarrer brucht au Gmeindszuelag:
er läbt nid nu vo Tag zu Tag,
schmöckt gern emal en Brate.

En Parrer, ich chum chuum no drus,
brucht no e riesegrosses Huus
mit Bungerte und Garte.

En Pfarrer brucht vil Zueversicht,
au Muet und Fröid fallt fescht is Gwicht,
es Gwüsse ohni Scharte.

Ja wämer gern en Pfarrer hett,
dänn muess mer wüsse, was mer sött,
susch cha mer ewig warte.

Mir händ jetzt vier, Gott sei Dank!
Sie wohned i Hüser a Schtrasse und am Rank
wie lang? Törfsch drüümal rate!

Willy Peter (leicht angepasst) aus "Land und Lüüt"


Montag 27.April

Bilanz

Ich stieg
und sah mich steigen
bis in die höchsten Höhen.

Ich sank
und sah mich sinken
bis in die tiefsten Tiefen.

Jetzt steh' ich mitten drin
im Fallen und im Streben,
erkenne kaum den Sinn
vom schon gelebten Leben.

Ich weiss nicht, bin ich traurig,
bin ich heiter
und bitte Gott im Stillen:
"Hilf mir weiter."

"Leih mir das Licht,
das mir verheissungsvoll,
den Weg beleuchtet,
den ich gehen soll.

Gib mir den Mut,
der mir Kraft verleiht,
nur so zu wirken,
dass mein Werk gedeiht.

Erfüll' mir auch noch
diese grosse Bitte:
Mein Weg sei immer
oberhalb der Mitte."

Willy Peter aus "Land und Lüüt"

Samstag, 25. April, und Sonntag, 26. April
Bereits sind zwei Wochen seit dem Osterfest vergangen und bis Pfingsten dauert es noch einige Wochen. Was in den nächsten Tagen und Wochen wohl alles auf uns zukommt? Gelingt es, das Coronavirus in Schach zu halten oder gar zurückzudrängen oder werden die Fallzahlen wieder zunehmen? Wir wissen (noch) nicht, was alles werden wird. Wir können nur Schritt für Schritt gehen im Vertrauen auf das uns von Gott mit Ostern verheissene Leben und in der Zuversicht, dass der Geist von Pfingsten uns stärkt und Halt gibt.
Verbunden mit der Hoffnung, dass Sie bei jedem Schritt etwas spüren dürfen von diesem österlichen Vertrauen und der pfingstlichen Kraft, wünsche ich Ihnen mit Gedanken von Tina Willms einen gesegneten Sonntag, Katharina Leser

Wunsch

Wer weiss schon,
ob Sterne verlässlich sind.
Und wer könnte sagen, ob die Kräfte reichen?

Um diesen
einen Schritt nur
weisst du,
für den der Fuss
die Luft schon betreten hat,
um gleich den Boden
erneut zu berühren.

Diesen Schritt gehen
als sei er es,
auf den alles ankommt,
als sei er es,
der dich schon bringe
ans Ziel.

Tina Willms

Freitag, 24. April
Corona ist das eine, die Trockenheit und der Klimawandel das andere
Da sind wir ja mit unserer Hoffnung nach kühlendem, erfrischendem Nass für die Natur ganz verbunden mit den Menschen im Alten Testament, die immer wieder Ausschau nach dem nächsten Regen hielten. Es braucht beides Regenwetter und Sonnenschein, hoffen wir, dass die Zusage Gottes an Noah sich bewahrheitet: "Solange die Erde währt sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." (1. Mose 8,22)

Donnerstag, 23. April

An wen glauben Sie?

In den letzten Tagen und Wochen wurde ich vielfach mit der Frage konfrontiert, ob das Coronavirus als Warnung Gottes oder als Wirken des Bösen verstanden werden muss. Oder etwas weniger theologisch: Sollten wir mehr Energie darauf verwenden, aus dem Virus zu lernen und unsere Lebensart zu verändern oder mehr Energie darauf verwenden, das Virus mit allen Mitteln auszurotten? Keine einfache Frage.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass wir aus der Coronakrise Konsequenzen ziehen müssen, so bin ich glücklich auf einen Gott vertrauen zu dürfen, der zu uns spricht: «Wie einen, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten, (…)» (Jesaja 66,13), und nicht auf einen Gott vertrauen zu müssen, der uns mit unspezifischen Seuchen plagt, nur um uns so irgendetwas mitzuteilen.

Fabian Kuhn


Mittwoch, 22. April

Bald können wir wieder überall shopen,
Corona wird uns dabei nicht mehr stoppen.
mit der Maske als Schild,
kaufen wir ein wie wild,
wir lassen uns vom Virus doch nicht foppen!

Könnten wir Senioren uns doch bald impfen lassen,
dann dürften wir mit Kindern und Enkeln fröhlich spassen.
Wir wären wieder frei,
und könnten im Mai,
flanieren auf allen Strassen und Gassen.

Bis es soweit ist, wünsche ich uns allen Gelassenheit und Durchhaltewillen!


Dienstag, 21. April

Wie wäre es schön wieder zu festen,
mit Gästen ein neues Rezept zu testen.
doch Berset sagt nur -
zu früh! da bleibe ich stur
glaubt mir, das ist zu eurem Besten.

Wann öffnen sie wieder die Beizen?
Ein Besuch dort würde mich reizen!
ein Bier oder zwei,
wäre wie eine Schalmei
da würde ich sicher nicht geizen.

Fortsetzung folgt.


Montag, 20. April

Hoffnungszeichen kommen auch durch ein Lächeln, ein Schmunzeln. Etwas Humor erleichtert es uns, diese Zeiten hoffnungsvoll zu überstehen.
Ich hoffe, dass meine Limericks (Achtung - Limericks halten sich nicht immer ganz an die Wahrheit!) Sie dabei unterstützen:

Ein Virus mit Namen Corona,
beschäftigt den Hans, die Ilona.
Es hat einen Kranz,
hält uns auf Distanz,
dabei wären wir uns doch gerne so nah.

Wie schön wäre doch jetzt ein Küsschen
statt dieser Corona-Grüsschen.
Doch Daniel, der Koch
meint - lasst das doch noch,
Corona ist mehr als nur ein Hüstchen.

Fortsetzung folgt - Hebed Sie sich Sorg.

Enzo Fuschini

Samstag, 18. April, und Sonntag, 19. April
Besuch

An manchen Tagen
kommt der Himmel zu mir,
ein gern gesehener Gast.

Er sät Ermutigung
in meine Gedanken,
streut Licht
auf meine Pläne
und nährt mich
mit Sehnsuchtsbrot.

Meinen Fragen
lässt er Raum,
unter seinen Händen
schmelzen die Zweifel.

Er schenkt mir
Hoffnungssträusse,
die duften nach Bleiben
und ihre Farben fallen
mir leuchtend
aus Auge und Hand.

Tina Willms

In der Hoffnung, dass Ihnen immer wieder solche himmlischen Hoffnungssträusse geschenkt werden, wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Wochenende und grüssen Sie herzlich, Katharina Leser und Anselm Leser

Freitag, 17. April

Gott aller Liebe, warum sollten wir darauf warten, dass unser Herz sich ändert, bevor wir zu dir kommen?
Du verklärst es.
Noch in unseren Wunden lässt du Gemeinschaft mit dir wachsen. Und in uns tun sich die Tore des Lobpreis auf. Frère Roger Schütz

Wie gerne denken wir, dass wir Liebe nur geben können, wenn wir stark sind, wenn uns nichts fehlt. Aber das ist anders, bei der Liebe, die Gott uns schenken will, seine Liebe ist wirksam, auch wenn wir schwach sind.
Brigitta Schmidt

Donnerstag, 16. April
«Für alles gibt es eine Stunde, und Zeit gibt es für jedes Vorhaben unter dem Himmel:
(…)
Zeit zum Suchen und Zeit zum Verlieren,
Zeit zum Bewahren und Zeit zum Wegwerfen,
(…)» (Koh 3,1.6)

Die Sätze aus dem Prediger Salomo werden mir in diesen Tagen wieder neu bewusst. Nicht ich bin es, der die Zeit in Händen hat (RG 554). Ich kann die Zeit nur akzeptieren und versuchen das Beste aus ihr zu machen.
Viele von uns haben in den letzten Jahren Zeit gesucht und immer zu wenig gehabt.
Jetzt haben viele von uns Zeit zum Verlieren und wissen nicht, was tun.
Selig, wer die Herausforderungen jeder Zeit annehmen kann.
Selig, wer akzeptieren kann, dass es für alles eine Zeit gibt.
Selig, wer in jeder Zeit Schritte auf seinem Lebensweg gehen kann, die ihn und viele andere Menschen zum Guten führen.

Fabian Kuhn

Mittwoch, 15. April
Zukunftssegen

Fürchte dich nicht,
dein Gott, der dich
erwählt und beim
Namen gerufen hat,
gibt dir Zukunft
und Hoffnung.

Fürchte dich nicht,
dein Weg, den du
gehst, und den dein
Gott mit dir geht,
ist gesegnet für
eine gute Zukunft.

Fürchte dich nicht,
die Kräfte deines
Herzens werden dir
immer wieder erneuert,
damit du zuversichtlich
bleibst im Ungewissen.

Fürchte dich nicht,
dein Gott, der für
dich da ist, für immer,
er wird gut für dich
sorgen, vertrau auf ihn
und verlass dich auf ihn.
Amen.

Paul Weismantel

Dienstag, 14. April
Das tut gut

Zweifelst du?
Ich glaub für dich.
Zweifle ich,
glaubst du für mich.
Schlaf! Ich wache.
Wach! Ich ruh.
Tröstlich der Schimmer:
Einer von uns,
ich oder du,
einer bläst immer
in die Glut.
Das zu wissen, tut gut.

Gudrun Pausewang

Ostermontag, 13. April
Immer dieser dritte Tag

Immer ist dieser dritte Tag,
da wir verzagt und ratlos nach Emmaus gehen
und dich nicht sehen.
Und doch bist Du bei uns, Herr.

Immer ist dieser dritte Tag,
da wir dich hören und nicht verstehen,
was rundum geschehen.
Du sprichst dennoch zu uns, Herr.

Immer ist dieser dritte Tag,
da uns beim Brotbrechen die Augen aufgehen
und wir Dich erkennen und brennenden Herzens gestehen:
Du lebst unter uns, Herr! Halleluja!

Silja Walter

Ostersonntag, 12. April
"Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden."
Seien Sie mit diesem altvertrauten Ostergruss unserer Christenheit herzlich gegrüsst. Wir wünschen Ihnen ein stärkendes und gesegnetes Osterfest, verbunden mit der Hoffnung, dass der ganzen Welt gerade in diesen Zeiten aufblühendes Leben geschenkt wird.
Frohe Ostern, Katharina Leser und Anselm Leser

Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.
Johannes 15,16
Am Ostermorgen bricht das Samenkorn auf. Die äusserste Hülle, das Leinentuch, ist noch da, als die Frauen zum Grab kommen. Das neu aufgebrochene Leben will sich entfalten, will wachsen und stark werden durch die Frauen und Männer, die hinter dem Tod mehr ahnen. Unglaublich, was die Engel erzählen. Du seist auferstanden, Jesus!
Heisst das, du und deine Vision von einer gerechten Welt mit einem sorgsamen Umgang mit allen Geschöpfen sind nicht gestorben, sondern keimen und wachsen weiter? Du vertraust uns dieses neue Leben an, damit Früchte reifen und sich ihre Samen verstreuen auf der ganzen Welt.
Aus: Fastenkalender 2020 von Brot für alle / Fastenopfer

Karsamstag, 11. April
In den Tiefen, die kein Trost erreicht, lass doch deine Treue mich erreichen.
In den Nächten, wo der Glaube weicht, lass nicht deine Gnade von mir weichen.
Wenn ich deine Hand nicht fassen kann, nimm die meine, du, in deine Hände,
nimm dich meiner Seele gnädig an, führe mich zu einem guten Ende.

Justus Delbrück


Karfreitag, 10. April
Der, von dem ich erzählen will,
wurde geboren in Armut und starb,
noch jung, mit ausgebreiteten Armen
am Kreuz einen schrecklichen Tod.

Warum, worin bestand seine Schuld?
Oder anders gefragt: wem war er im Weg?
Er raubte kein Geld, kein Land, stürzte
keinen vom Thron, zog nicht in den
Krieg, schrieb nicht einmal Bücher.

Der Ort, wo er aufwuchs wie andere auch,
war ohne Bedeutung: ein Nest in den Bergen
am Rande des riesigen römischen Reiches.
Er lernte ein Handwerk, zimmerte Möbel,
bis er die Werkstatt verliess und sein Dorf
und umherzog im Land, das Wort auszusäen.

Er sah, wie man weiss, weder Rom noch Athen.
Aber er sah seinen Vater im Himmel und
sah auf der Erde die Menschen im Dunkel
und lehrte sie sehn mit anderen Augen.
Er heilte die Kranken, rief Tote ins Leben.
So zog er umher und warb um die Herzen
und sprach von der Liebe, dem
Königreich Gottes.

Er starb, wie er lebte,
und lebt, wie er starb:
mit ausgebreiteten Armen.

Lothar Zenetti

Gründonnerstag, 9. April
«Meine Seele ist zu Tode betrübt,
bleibet hier und wacht.
» (Mk 14,33)

Jesus weiss, dass er das Leiden am Karfreitag selbst durchstehen muss. Dennoch bittet er Petrus, Johannes und Jakobus in seiner Nähe zu bleibe, mit ihm wach zu sein und zu beten. Jesus geht ein paar Schritte weiter, betet für sich und kommt zurück. Er findet seine Jünger schlafend und ist enttäuscht, dass sie nicht mit ihm wach blieben und beteten.
In dieser Zeit leiden viele. Menschen, die dazu noch Schicksalsschläge miterleben mussten, die sie nun ganz allein tragen müssen, ganz besonders. Meine Grossmutter muss meinen Grossvater allein betrauern. Niemand kann neben ihr sitzen und sie halten. Das einzige, was ich für sie tun kann, ist mit ihr via Telefon verbunden zu sein (wach zu sein) und für sie zu beten.
Wenn wir das Unvermeidliche annehmen müssen, ist es das heute das einzige, was trägt:
Zu wissen, das andere an dich denken, mit dir wachen und für dich beten.

«Bleibet hier und wachet mit mir,
wachet und betet,
wachet und betet.
» (Jacques Berthier, 1982; Communauté de Taizé nach Mt 26,38-41)

Fabian Kuhn


Mittwoch, 8. April

Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter.
Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer.
Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen alles in einem anderen Licht.

Lothar Zenetti

Dienstag, 7. April
Das Vertrauen, sich zu allen Zeiten getragen und geborgen zu wissen, wünscht Christa Spilling-Nöker mit folgenden Worten:

Mögest du dich getragen wissen
von einer Kraft, die so hoch ist wie der Himmel
und so tief wie das Meer.
Mögest du dich getragen wissen
von einer Kraft, die so weit ist wie der Horizont
und so nah wie dein Herz.
Mögest du dich getragen wissen
von einer Kraft, die so zart ist wie ein Windhauch
und so stark wie ein Baum.
Mögest du dich getragen wissen
von der Kraft allen Lebens –
nenne sie Gott oder den Urgrund des Seins.

Montag, 6. April
Zum Palmsonntag finden sich in der diesjährigen Brot für alle / Fastenopfer – Agenda folgende Gedanken, mit denen ich den Wunsch für eine hoffnungsvolle Karwoche verbinde, Katharina Leser

«Sie nahmen Palmzweige, zogen hinaus, um Jesus zu empfangen» Johannes 12,13

Das Paschafest steht vor der Tür. Die Menschen pilgern nach Jerusalem, stehen beieinander und sprechen über dich, Jesus. Sie bezweifeln, dass du zum Fest kommst. Zu sehr hast du dich mit der religiösen Elite angelegt. Festnehmen wollen sie dich. Doch du kommst!
Die Menschen können es kaum fassen. Für sie hast du dich eingesetzt, hast ihnen von Gott erzählt, der befreit und Schuld vergibt ohne Bezahlung. Den Mittellosen hast du so ihre Würde zurückgegeben. Darum wollen sie dich sehen, dir zujubeln mit Palmzweigen in den Händen. So nimmt die Schöpfung teil an ihrer Freude. Grüne Blätter, Zeichen der Hoffnung und des Lebens. Sie lassen aufatmen, weil du dich nicht scheust, dem Unrecht entgegenzutreten.

Palmsonntag, 5. April
Zum heutigen Palmsonntag zwei «Weg-Gedanken», verbunden mit den besten Wünschen für einen guttuenden Sonntag und herzlichen Grüssen, Katharina Leser

Der Einzug in Jerusalem: Markus 11,1-11
Als sie in die Nähe von Jerusalem kommen, nach Betfage und Betanien an den Ölberg, sendet Jesus zwei seiner Jünger aus und sagt zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet es los und bringt es her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, so sagt: Der Herr braucht es und schickt es sogleich wieder zurück.
Da gingen sie und fanden ein Füllen, angebunden an einer Tür draussen an der Strasse, und sie banden es los. Und einige von denen, die dort standen, sagten zu ihnen: Was führt euch dazu, das Füllen loszubinden? Sie aber gaben zur Antwort, was Jesus ihnen gesagt hatte, und man liess sie gewähren. Und sie bringen das Füllen zu Jesus und legen ihre Kleider darüber, und er setzte sich darauf.
Und viele breiteten auf dem Weg ihre Kleider aus, andere streuten Zweige, die sie auf den Feldern abgeschnitten hatten. Und die vorausgingen und die hinterhergingen, riefen:
Hosanna, gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt, Hosanna in der Höhe!
Und er kam nach Jerusalem in den Tempel. Er schaute sich ringsum alles an und ging, da es schon spät war, mit den Zwölfen nach Betanien hinaus.

Wege
Kurvenreiche Wege in meinem Leben,
nicht wissen, was hinter
der nächsten Wegbiegung kommt,
Krankheit, Trauer, Verlust,
Angst oder Leid.
Und wie lang ist der Weg,
bis ich zu Hause ankomme!
Nicht immer führt mein Weg
durch blühende Landschaft, sonntagsgleich,
die Melodien der Schöpfung im Ohr.
Sondern da sind steinige Wege, Abgründe;
und Dunkelheit fällt auf den Weg,
der mich nach Hause bringen soll.
Gut zu wissen,
dass hinter den Kurven meines Weges,
ob er steinig, erholsam
oder sonntäglich ist,
mein Herr auf mich wartet.
Er sagt mir:
Ich gehe mit, bin dabei
und gehe dir voraus.

Hermann Traub

Samstag, 4. April
Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du, Gott, doch meinen Pfad.
(Psalm 142,4)

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.
(2.Korinther 1,3-4)

Freitag, 3. April
Es gibt Tage,
an denen mir die Worte
verloren gehen,
die ich dir, Gott, sagen könnte.

Ich bitte dich:
Höre unter der Stille
das, was ich nicht sage,
und nimm es auf bei dir.

Tina Willms

Donnerstag, 2. April
Meine Buchungen – gelöscht.
Meine Termine – abgesagt.
Meine Pläne – nicht umsetzbar.

Das ärgert.
Das ist nicht gerecht.
Das schränkt mein Leben ein.

Meine Kontakte – eingeschränkt.
Meine Möglichkeiten – wenig.
Meine Agenda – leer.

Zurückgeworfen auf das, was wirklich wichtig ist.
Zurückgeworfen auf das, was sein muss.
Zurückgeworfen auf das Wenige.

Doch das reicht,
so lange die Hoffnung in mir lebendig bleibt,
so lange ich glauben kann.
Amen

Fabian Kuhn

Mittwoch, 1. April
Gestern habe ich wunderbare Post erhalten – eine kleine «analoge» Karte, mit Briefmarke, im Briefkasten. Solche Zeichen tun so gut in diesen Tagen. Und es war für mich fast ein wenig so wie in der Geschichte, die Ulrike Berg erzählt.

Meine Mutter hat zu ihrem Geburtstag in diesem Jahr von ihrer Enkelin ein ganz besonderes Geschenk bekommen: ein kleines Säckchen aus blauem Stoff, oben zugebunden mit einem weissen Band. ‚Für traurige Momente‘ ist in hübsch geschwungenen Buchstaben darauf geschrieben. Auf der beigelegten Karte steht die ‚Gebrauchsanweisung‘. „Liebe Oma, wenn du mal traurig bist und es dir nicht so gut geht, dann öffne einfach das Säckchen und zieh einen Zettel.“ Am liebsten würde Oma sofort das Säckchen öffnen – aber dummerweise ist sie gerade nicht traurig, denn es ist ja ihr Geburtstag. Aber in den kommenden Wochen kriege ich immer mal wieder einen Anruf von ihr, und sie liest mir einen Zettel vor, den sie grade gezogen hat. „Du bist einzigartig.“ – „Es ist schön, dass du mir immer zuhörst.“ – „Diesen Zettel liest gerade die beste Oma der Welt.“ – steht drauf und Oma freut sich. Manchmal schmunzelt sie aber auch, zum Beispiel über: „Man sagt, einen Schatz soll man eingraben – aber ich kann dich doch nicht einfach einbuddeln!“ Oder: „Die drei schönsten Worte meiner Oma sind: Ich hab Essen.“ Der Satz „Man sagt, Engel kann man nicht sehen – warum kann ich dich dann sehen?“ rührt sie gar zu Tränen. Auf jeden Fall funktioniert es, denn: Jeder einzelne Zettel macht ihr Mut, streichelt ihre Seele und zaubert ein Lächeln aufs Gesicht.

Ob Sie «Trostsäckchen» senden oder erhalten: Ich wünsche Ihnen viele zuversichtliche Momente und grüsse Sie herzlich, Katharina Leser

Dienstag, 31. März
Die Nachrichtenlage ist so manches Mal erdrückend. Wenn ich es wieder einmal so erlebe, sehne ich mich nach Stärke, nach Halt, nach festem Boden unter den Füssen. Ich wünsche mir Stärke für alle Betroffenen, alle Kranken, die Angehörigen von Verstorbenen, die Menschen, die unermüdlich helfen und Leben retten …
Tröstlich, der Gedanke aus dem 2. Korintherbrief, wenn der Apostel Paulus scheibt: «Gott spricht: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.» (2. Korinther 12,9)
Im Fasten-Wegweiser «wandeln» des Vereins Andere Zeiten e.V. in Hamburg heisst es zur Stärke am vergangenen Sonntag:

Die Stärke

Man erkennt mich nicht so leicht. Ich bin selten da, wo man mich sucht. Das, was sich stark nennt, ist oft nur zu schwach, um sich zu seiner Schwäche zu bekennen. Ich bin da, wo man mich schnell übersieht. Zum Beispiel in dem hauchdünnen Faden aus Spinnseide. Viermal so hart wie Stahl. Und dennoch um das Dreifache dehnbar. Ich trage nicht auf. Und ich bin flexibel. Ich kann mich auf
alles einstellen und zerreisse dabei nicht. Ich scheue mich nicht vor Unorten. Ich kenne Krippe, Kreuz und Krankenzimmer. Mächtig bin ich in den Schwachen.

Ihnen viel Stärkendes wünschend, grüsse ich Sie herzlich, Anselm Leser

Montag, 30. März
Vertrauen

Lass uns tiefer dir vertrauen und getroster gehen! Kann kein Auge, Gott, dich schauen, kann’s doch Spuren sehen. Spur von Schritten, die zur Nacht still vorübergingen, Strahlen, die mit Übermacht durch das Dunkle dringen.

Arno Pötzsch

Eine vertrauensvolle und gesegnete Woche, Anselm Leser

Sonntag, 29. März
Am heutigen Sonntag hätten wir mit einem musikalischen Gottesdienst das Jubiläumsjahr unseres Sing-mit Chores eröffnen wollen. Vor 20 Jahren ist dieser gegründet worden. Nun hat dieser Gottesdienst die Form eines Live-Stream angenommen. Schön, dass auch in diesem Gottesdienst die Lieder, die der Chor singen wollte, erklingen, erklungen sind.
Ein Lied, das der Chor besonders gern singt – mit einem Text von Carl Boetschi und Alexander Cern und Musik von Roman Bislin-Wild – möge als heutiges «Hoffnungszeichen» stehen, wenn es heisst:

Ich bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.
Du bist der gute Hirte. Du gibst dein Leben hin für deine Schafe.
Ihr seid meine Schafe, ihr seid die Herde meiner Weide.
Wir hören auf deine Stimme. Du bist der gute Hirte. Du gibst dein Leben hin für deine Schafe.
Ich bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben hin für meine Schafe.
Wir hören auf deine Stimme. Du rufst uns einzeln beim Namen und führst uns hinaus.

Einen gesegneten und stärkenden Sonntag, Anselm Leser

Samstag, 28. März
Auch ein Gebet

Hör mal, begann ich
und Gott hörte
den Wind in den Eichenbäumen
die fehlenden Worte
die Stille des Entsetzens
den wütenden Herzschlag
das Trotzdem

vor allem das Trotzdem.

Da wusste ich
ich hatte genug gesagt.

Susanne Niemeyer

Freitag, 27. März
Am Donnerstagabend haben in unserer Kirchgemeinde wie auch im katholischen Seelsorgeverband die Kirchenglocken geläutet, verbunden mit dem Leuchten von Kerzenlichtern an den Fenstern. Für mich ein tröstendes und hoffungsvolles Zeichen. In den Sinn kam mir dabei eines meiner Lieblingsgedichte, mit dem ich den Wunsch verbinde, nicht müde zu werden, die Hoffnung nach aussen zu tragen. Anselm Leser

Nicht müde werden

Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin

Donnerstag, 26. März
«Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!» (Jesaja 41,10)
Meist hören und glauben wir diese Worte nur noch auf Beerdigungen, an denen wir wissen: Ein Zurück gibt es nicht mehr!

Doch in dieser Zeit erkennen wir, dass es sich lohnt, die Worte aus der Bibel auch im Leben und nicht nur an den Gräbern zu glauben.
Gerade dann, wenn wir nicht verstehen können, wie es soweit kommen konnte.
Gerade dann, wenn unsere Pläne durch einen Virus zu Nichte gemacht wurden.
Gerade dann, wenn wir nicht wissen, ob wir zu denen gehören, die eine Erkrankung überleben oder nicht.
Gerade dann, wenn wir nicht wissen, wie lange der «Lockdown» noch anhält.

Gott hält unsere Welt in der Hand. Unabhängig davon wie viel wir begreifen oder verstehen.
Wo das geglaubt wird, bekommt das Versprechen Gottes plötzlich die Bedeutung, die ihm zusteht:
«Ich fürchte mich nicht, denn du Gott bist bei mir! Ich habe keine Angst, denn du Gott bist für mich da.»

Fabian Kuhn

Mittwoch, 25. März
Eins bitte ich

Eins bitte ich von dir, mein Gott: in dir zu sein in Glück und Not, in dir und deinen Händen. In dir ist meines Lebens Grund, in dir vergehn die Tag und Stund, sie werden in dir enden. Du bist das Licht, das mich durchdringt, du bist das Lied, das in mir klingt, zu dir möcht ich mich wenden.

Jörg Zink

Dienstag, 24. März
In diesen Tagen ist von uns allen viel Geduld gefordert. Wir müssen zu Hause bleiben und geduldig warten und hoffen, dass die Ausbreitung des Corona-Virus endlich verlangsamt werden kann. Wie lange das dauern wird, kann niemand so genau sagen. Wenn wir Glück haben, müssen wir uns bis zum 19. April gedulden. Schon nur der Gedanke daran, dass der Aufruf «Bleiben Sie zu Hause» länger gilt, lässt viele ungeduldig werden.
Im Fasten-Wegweiser «wandeln» des Vereins Andere Zeiten e.V. in Hamburg, der mit Gedanken und Anregungen durch die siebenwöchige Passionszeit begleitet, findet sich ein Text zur Geduld, der mir in all meiner Ungeduld eine Hilfe ist:

Geduld ist für den Geist das Schwerste.
Es ist das Schwerste und das Einzige,
was zu lernen sich lohnt.
Alle Natur, alles Wachstum,
aller Friede, alles Gedeihen und
Schöne in der Welt beruht auf Geduld,
braucht Zeit, braucht Stille,
braucht Vertrauen.

Hermann Hesse

In diesem Sinne wünsche ich mir, wünsche ich uns allen Geduld in den bevorstehenden Tagen und Wochen und die Zuversicht, dass es richtig ist und sich lohnt, zu Hause zu bleiben. Katharina Leser

Montag, 23. März
Fürbittengebet (Nach einer Liturgie des Gottesdienstes in der Kirche Bruggen St. Gallen, 8. März / Carl Boetschi)

Gott, du Quelle des Lebens: Wir denken an all die vielen Menschen, die in diesen Tagen verstorben sind. Wir verbinden uns mit allen Trauernden und Traurigen und hoffen mit ihnen auf Trost und Tröstung.
Kyrie eleison
Gott, schlimm wie das Virus selbst ist die Ungewissheit und Angst, die es verbreitet. Schenke uns neu die Gewissheit deiner Nähe und deiner Kraft.
Kyrie eleison
Gott, hilf uns da zu sein, wo wir helfen können: Bei den Einsamen, bei denen, die vor Angst gelähmt sind, bei den Geschwächten. Und wir bitten Dich um Kraft für die Pflegenden in Spital und Heimen, für jene, die in der Öffentlichkeit tätig sind.
Kyrie eleison
Gott, wir denken auch an die, die ihre Heimat verloren haben; die frieren, hungern, die in
Ungewissheit, Angst und Not leben und an den Grenzen auf Hilfe hoffen.
Mach sie und uns stark im Glauben, fest in der Hoffnung und geduldig in der Liebe.

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Sonntag, 22. März
Der heutige Sonntag ist in der Mitte der Passionszeit und trägt den Namen der Freude (Sonntag Laetare). Er gilt als «Klein-Ostern» - als Tag, an dem schon auf Ostern geschaut wird; das allerdings noch mitten in der Passionszeit.
Ob dieser Sonntag damit nicht auch etwas aufnimmt von unserer derzeitigen weltweiten Situation? Mitten in Angst, vielen Fragen und Unsicherheiten immer wieder auch Momente der Hoffnung, Zeichen von Solidarität, der Wille, gemeinsam die sich stellenden Herausforderungen durchzustehen und anzugehen.
Mit diesem Sonntag ist ein Vers aus dem Buch Jesaja verbunden:
«Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.» (Jesaja 54,10)
Dieses Vertrauen wünsche ich uns allen. Ob Klein-Ostern oder Ostern, mögen wir an diesem Sonntag etwas erleben von dem Bund des Friedens und dem, was im folgenden Text für mich so wunderbar beschrieben ist. Ihnen damit viele zuversichtliche Momente wünschend grüsse ich Sie herzlich, Ihr Anselm Leser

Trotzdem

Kennt ihr diese
unbeirrbaren Kinder,
die wider alle
Argumente immer das
letzte Wort haben?
So ist Ostern.

Susanne Niemeyer

Samstag, 21. März

Dieses verrückte Kind
das losrennt
das Leben zu umarmen
das hinfällt
aufsteht und weiterläuft
mit zerschlagenen Knien.
Dieses verrückte Kind
das Hoffnung heisst
an Liebe glaubt.

Anne Steinwart

Freitag, 20. März
Wenn ich am Samstagnachmittag am offenen Fenster stehe und das Läuten der Kirchenglocken höre, dann ist das für mich jeweils ein ganz besonderer Moment. Ich weiss, dass das Läuten unserer Kirchenglocken nicht alle mit Freude erfüllt. Ich selbst schätze es, lasse mich dadurch in meinen Alltagsgedanken durchbrechen. Ich bin geradezu erfüllt von den Klängen der Glocken – am Werktag wie am Sonntag.
Momentan laden die Kirchenglocken nicht zu unseren sonntäglichen Gottesdiensten ein. Gerne weise ich aber darauf hin, dass wir unsere Kirchentüren in Bütschwil und Ganterschwil – in Lütisburg haben wir kein Schliesssystem – offen halten können. In den Kirchen finden Sie Gesangbücher, die Bibel, Textsammlungen, ein Gebetbuch. Vielleicht mögen Sie sich einen Moment in diesem Raum niederlassen, in dem sich schon unsere Glaubensmütter und Väter seit vielen Jahrhunderten und Jahrzehnten aufgehalten haben, um Freud und Leid vor Gott zu tragen.
Unsere derzeitige Sehnsucht, nicht allein sein zu müssen, findet im Gebetbuch «Wenn ich rufe» unserer Kantonalkirche folgende Worte:

«Herr, bliebe bei uns: Halte Schritt an unsrer Seite.
Lass uns im Schatten deines Lichtes gehen.
Lass uns im Lichte deines Schattens wandern.
Du bist uns in Gefahr Gefährte.

Bleibe bei uns: Tages Schatten werden länger.
Lass uns im Schatten deines Lichtes gehen.
Lass uns im Schatten deines Hauses rasten.
Du nährst uns mit dem Brot des Lebens.

Bleibe bei uns.»

Dies betend, dies wünschend, grüsse ich Sie, Anselm Leser

Donnerstag, 19. März
Es sind unruhige Zeiten, die wir derzeit erleben. Unsicherheit, Sorgen und Ängste umkreisen unseren Alltag. Wir vom Pfarrteam sind überzeugt, dass wir gerade in diesen Zeiten einander brauchen. Schön, dass ich mich an anderen stützen kann, wenn ich voller Sorgen bin. Schön, dass ich für andere verlässlich und kräftigend da bin, wenn sie von Ängsten umgetrieben werden.
Wir wollen das Hoffnungsvolle unseres Glaubens in der Form miteinander teilen, dass wir immer wieder Gedanken, Bilder, Texte, Gebete unter dem Stichwort "Hoffnungszeichen" auf dieser Seite veröffentlichen. Vielleicht möchten Sie darauf reagieren: Dann schreiben Sie uns ein Mail. Vielleicht möchten Sie dazu etwas sagen: Dann zögern Sie nicht, uns anzurufen. Wer weiss, was aus dieser Form des Miteinanders und der gemeinsamen Suche nach dem, was Halt und Hoffnung schenkt, werden wird, werden kann.
Für heute beginne ich mit einem Rückblick auf den vergangenen Sonntag, in dem wir in unseren Kirchen noch Gottesdienst feiern konnten. Im Gottesdienst in der Kirche in Bütschwil haben wir vor dem Segen ein Lied aus dem Liederbuch "Gott sei Dank" gesungen. Der Klang und die Worte dieses gemeinsamen Singens begleiten mich auf meinen Wegen durch diese Tage, in denen so Vieles so anders ist als gewohnt. Der prächtige Sonnenschein spricht die Sprache von Zutrauen und Normalität, die geschlossenen Geschäfte und all die Nachrichten konfrontieren dagegen mit einer Wirklichkeit, die ich nicht kenne, nicht verstehe, die mich umtreibt.
Mögen Sie, mögen uns alle diese Zeilen des Liedes an den Segen Gottes erinnern, unter dem wir zu jeder Zeit und an jedem Ort stehen. Möge dieser Segen Gottes uns ruhig werden lassen, Zuversicht schenken und Hoffnung geben.

"Sei behütet Tag und Nacht. Wo du liegst und wo du stehst, halte Gottes Engel Wacht, dass du nicht verloren gehst, halte Gottes Engel Wacht, dass du nicht verloren gehst.
Sei begleitet, wo du magst, Gott bleibt nah, wo du auch bist, sorgt sich, dass du nie verzagst und dein Weg gesegnet ist, sorgt sich, dass du nie verzagst und dein Weg gesegnet ist."

Gottes Segen und herzliche Grüsse, Anselm Leser