Hoffnungszeichen

01; Glasfenster Kirche Stein SG —  Glasfenster in der Kirche von Stein SG<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-toggenburg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>531</div><div class='bid' style='display:none;'>6729</div><div class='usr' style='display:none;'>133</div>
Liebe Mitchristinnen und Mitchristen

In dieser ausserordentlichen Zeit, in die uns das Coronavirus gebracht hat, ist es manchmal schwierig, klare und positive Gedanken zu finden; gerade dann, wenn man Freunde und Verwandte für längere Zeit nicht sehen kann und für sich bleiben muss. In dieser Situation möchten wir uns der Kantonalkirchlichen Sicht "Wir halten Abstand. Aber im Glauben zusammen" (www.ref-sg.ch) anschliessen und miteinander nach dem Ausschau halten, was aufblicken lässt und Hoffnung schenkt.

Das Pfarrteam der Evangelischen Kirchgemeinde Unteres Toggenburg
Brauchen Sie Rat, Unterstützung, Hilfe? Melden Sie sich bei uns!
Anselm Leser
Katharina Leser
Brigitta Schmidt
Fabian Kuhn

Glockengeläut als Zeichen der Hoffnung
Um in dieser herausfordernden Zeit rund ums Corona-Virus ein Zeichen der Hoffnung und der Verbundenheit zu setzen, läuten auf dem Gebiet der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Unteres Toggenburg wie der katholischen Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg bis und mit Gründonnerstag jeweils am Donnerstagabend um 20.00 Uhr die Kirchenglocken. Damit verbunden ist die Einladung, eine Kerze anzuzünden, sie sichtbar vor dem Fenster zu platzieren und aneinander zu denken, indem wir zum Beispiel ein Vater unser beten: für die am Virus Erkrankten, für die Verstorbenen, für die im Gesundheitswesen Arbeitenden, für jene, welche die Grundversorgung und das öffentliche Leben aufrecht erhalten, für alle Menschen in Nah und Fern, die angesichts der aktuellen Lage in Not sind. Mit dem Läuten der Glocken und dem Leuchten unserer Kerzen möge ein tröstender Klang und ein hoffnungsvolles Lichtermeer durch unsere Dörfer und unser Land ziehen.


Montag, 30. März
Vertrauen

Lass uns tiefer dir vertrauen und getroster gehen! Kann kein Auge, Gott, dich schauen, kann’s doch Spuren sehen. Spur von Schritten, die zur Nacht still vorübergingen, Strahlen, die mit Übermacht durch das Dunkle dringen.

Arno Pötzsch

Eine vertrauensvolle und gesegnete Woche, Anselm Leser

Sonntag, 29. März
Am heutigen Sonntag hätten wir mit einem musikalischen Gottesdienst das Jubiläumsjahr unseres Sing-mit Chores eröffnen wollen. Vor 20 Jahren ist dieser gegründet worden. Nun hat dieser Gottesdienst die Form eines Live-Stream angenommen. Schön, dass auch in diesem Gottesdienst die Lieder, die der Chor singen wollte, erklingen, erklungen sind.
Ein Lied, das der Chor besonders gern singt – mit einem Text von Carl Boetschi und Alexander Cern und Musik von Roman Bislin-Wild – möge als heutiges «Hoffnungszeichen» stehen, wenn es heisst:

Ich bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.
Du bist der gute Hirte. Du gibst dein Leben hin für deine Schafe.
Ihr seid meine Schafe, ihr seid die Herde meiner Weide.
Wir hören auf deine Stimme. Du bist der gute Hirte. Du gibst dein Leben hin für deine Schafe.
Ich bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben hin für meine Schafe.
Wir hören auf deine Stimme. Du rufst uns einzeln beim Namen und führst uns hinaus.

Einen gesegneten und stärkenden Sonntag, Anselm Leser

Samstag, 28. März
Auch ein Gebet

Hör mal, begann ich
und Gott hörte
den Wind in den Eichenbäumen
die fehlenden Worte
die Stille des Entsetzens
den wütenden Herzschlag
das Trotzdem

vor allem das Trotzdem.

Da wusste ich
ich hatte genug gesagt.

Susanne Niemeyer

Freitag, 27. März
Am Donnerstagabend haben in unserer Kirchgemeinde wie auch im katholischen Seelsorgeverband die Kirchenglocken geläutet, verbunden mit dem Leuchten von Kerzenlichtern an den Fenstern. Für mich ein tröstendes und hoffungsvolles Zeichen. In den Sinn kam mir dabei eines meiner Lieblingsgedichte, mit dem ich den Wunsch verbinde, nicht müde zu werden, die Hoffnung nach aussen zu tragen. Anselm Leser

Nicht müde werden

Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin

Donnerstag, 26. März
«Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!» (Jesaja 41,10)
Meist hören und glauben wir diese Worte nur noch auf Beerdigungen, an denen wir wissen: Ein Zurück gibt es nicht mehr!

Doch in dieser Zeit erkennen wir, dass es sich lohnt, die Worte aus der Bibel auch im Leben und nicht nur an den Gräbern zu glauben.
Gerade dann, wenn wir nicht verstehen können, wie es soweit kommen konnte.
Gerade dann, wenn unsere Pläne durch einen Virus zu Nichte gemacht wurden.
Gerade dann, wenn wir nicht wissen, ob wir zu denen gehören die eine Erkrankung überleben oder nicht.
Gerade dann, wenn wir nicht wissen, wie lange der «Lockdown» noch anhält.

Gott hält unsere Welt in der Hand. Unabhängig davon wie viel wir begreifen oder verstehen.
Wo das geglaubt wird, bekommen das Versprechen Gottes plötzlich die Bedeutung, die ihm zusteht:
«Ich fürchte mich nicht, denn du Gott bist bei mir! Ich habe keine Angst, denn du Gott bist für mich da.»

Fabian Kuhn


Mittwoch, 25. März
Eins bitte ich

Eins bitte ich von dir, mein Gott: in dir zu sein in Glück und Not, in dir und deinen Händen. In dir ist meines Lebens Grund, in dir vergehn die Tag und Stund, sie werden in dir enden. Du bist das Licht, das mich durchdringt, du bist das Lied, das in mir klingt, zu dir möcht ich mich wenden.

Jörg Zink

Dienstag, 24. März
In diesen Tagen ist von uns allen viel Geduld gefordert. Wir müssen zu Hause bleiben und geduldig warten und hoffen, dass die Ausbreitung des Corona-Virus endlich verlangsamt werden kann. Wie lange das dauern wird, kann niemand so genau sagen. Wenn wir Glück haben, müssen wir uns bis zum 19. April gedulden. Schon nur der Gedanke daran, dass der Aufruf «Bleiben Sie zu Hause» länger gilt, lässt viele ungeduldig werden.
Im Fasten-Wegweiser «wandeln» des Vereins Andere Zeiten e.V. in Hamburg, der mit Gedanken und Anregungen durch die siebenwöchige Passionszeit begleitet, findet sich ein Text zur Geduld, der mir in all meiner Ungeduld eine Hilfe ist:

Geduld ist für den Geist das Schwerste.
Es ist das Schwerste und das Einzige,
was zu lernen sich lohnt.
Alle Natur, alles Wachstum,
aller Friede, alles Gedeihen und
Schöne in der Welt beruht auf Geduld,
braucht Zeit, braucht Stille,
braucht Vertrauen.

Hermann Hesse

In diesem Sinne wünsche ich mir, wünsche ich uns allen Geduld in den bevorstehenden Tagen und Wochen und die Zuversicht, dass es richtig ist und sich lohnt, zu Hause zu bleiben. Katharina Leser

Montag, 23. März
Fürbittengebet (Nach einer Liturgie des Gottesdienstes in der Kirche Bruggen St. Gallen, 8. März / Carl Boetschi)

Gott, du Quelle des Lebens: Wir denken an all die vielen Menschen, die in diesen Tagen verstorben sind. Wir verbinden uns mit allen Trauernden und Traurigen und hoffen mit ihnen auf Trost und Tröstung.
Kyrie eleison
Gott, schlimm wie das Virus selbst ist die Ungewissheit und Angst, die es verbreitet. Schenke uns neu die Gewissheit deiner Nähe und deiner Kraft.
Kyrie eleison
Gott, hilf uns da zu sein, wo wir helfen können: Bei den Einsamen, bei denen, die vor Angst gelähmt sind, bei den Geschwächten. Und wir bitten Dich um Kraft für die Pflegenden in Spital und Heimen, für jene, die in der Öffentlichkeit tätig sind.
Kyrie eleison
Gott, wir denken auch an die, die ihre Heimat verloren haben; die frieren, hungern, die in
Ungewissheit, Angst und Not leben und an den Grenzen auf Hilfe hoffen.
Mach sie und uns stark im Glauben, fest in der Hoffnung und geduldig in der Liebe.

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Sonntag, 22. März
Der heutige Sonntag ist in der Mitte der Passionszeit und trägt den Namen der Freude (Sonntag Laetare). Er gilt als «Klein-Ostern» - als Tag, an dem schon auf Ostern geschaut wird; das allerdings noch mitten in der Passionszeit.
Ob dieser Sonntag damit nicht auch etwas aufnimmt von unserer derzeitigen weltweiten Situation? Mitten in Angst, vielen Fragen und Unsicherheiten immer wieder auch Momente der Hoffnung, Zeichen von Solidarität, der Wille, gemeinsam die sich stellenden Herausforderungen durchzustehen und anzugehen.
Mit diesem Sonntag ist ein Vers aus dem Buch Jesaja verbunden:
«Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.» (Jesaja 54,10)
Dieses Vertrauen wünsche ich uns allen. Ob Klein-Ostern oder Ostern, mögen wir an diesem Sonntag etwas erleben von dem Bund des Friedens und dem, was im folgenden Text für mich so wunderbar beschrieben ist. Ihnen damit viele zuversichtliche Momente wünschend grüsse ich Sie herzlich, Ihr Anselm Leser

Trotzdem

Kennt ihr diese
unbeirrbaren Kinder,
die wider alle
Argumente immer das
letzte Wort haben?
So ist Ostern.

Susanne Niemeyer

Samstag, 21. März

Dieses verrückte Kind
das losrennt
das Leben zu umarmen
das hinfällt
aufsteht und weiterläuft
mit zerschlagenen Knien.
Dieses verrückte Kind
das Hoffnung heisst
an Liebe glaubt.

Anne Steinwart


Freitag, 20. März
Wenn ich am Samstagnachmittag am offenen Fenster stehe und das Läuten der Kirchenglocken höre, dann ist das für mich jeweils ein ganz besonderer Moment. Ich weiss, dass das Läuten unserer Kirchenglocken nicht alle mit Freude erfüllt. Ich selbst schätze es, lasse mich dadurch in meinen Alltagsgedanken durchbrechen. Ich bin geradezu erfüllt von den Klängen der Glocken – am Werktag wie am Sonntag.
Momentan laden die Kirchenglocken nicht zu unseren sonntäglichen Gottesdiensten ein. Gerne weise ich aber darauf hin, dass wir unsere Kirchentüren in Bütschwil und Ganterschwil – in Lütisburg haben wir kein Schliesssystem – offen halten können. In den Kirchen finden Sie Gesangbücher, die Bibel, Textsammlungen, ein Gebetbuch. Vielleicht mögen Sie sich einen Moment in diesem Raum niederlassen, in dem sich schon unsere Glaubensmütter und Väter seit vielen Jahrhunderten und Jahrzehnten aufgehalten haben, um Freud und Leid vor Gott zu tragen.
Unsere derzeitige Sehnsucht, nicht allein sein zu müssen, findet im Gebetbuch «Wenn ich rufe» unserer Kantonalkirche folgende Worte:

«Herr, bliebe bei uns: Halte Schritt an unsrer Seite.
Lass uns im Schatten deines Lichtes gehen.
Lass uns im Lichte deines Schattens wandern.
Du bist uns in Gefahr Gefährte.

Bleibe bei uns: Tages Schatten werden länger.
Lass uns im Schatten deines Lichtes gehen.
Lass uns im Schatten deines Hauses rasten.
Du nährst uns mit dem Brot des Lebens.

Bleibe bei uns.»

Dies betend, dies wünschend, grüsse ich Sie, Anselm Leser


Donnerstag, 19. März
Es sind unruhige Zeiten, die wir derzeit erleben. Unsicherheit, Sorgen und Ängste umkreisen unseren Alltag. Wir vom Pfarrteam sind überzeugt, dass wir gerade in diesen Zeiten einander brauchen. Schön, dass ich mich an anderen stützen kann, wenn ich voller Sorgen bin. Schön, dass ich für andere verlässlich und kräftigend da bin, wenn sie von Ängsten umgetrieben werden.
Wir wollen das Hoffnungsvolle unseres Glaubens in der Form miteinander teilen, dass wir immer wieder Gedanken, Bilder, Texte, Gebete unter dem Stichwort "Hoffnungszeichen" auf dieser Seite veröffentlichen. Vielleicht möchten Sie darauf reagieren: Dann schreiben Sie uns ein Mail. Vielleicht möchten Sie dazu etwas sagen: Dann zögern Sie nicht, uns anzurufen. Wer weiss, was aus dieser Form des Miteinanders und der gemeinsamen Suche nach dem, was Halt und Hoffnung schenkt, werden wird, werden kann.
Für heute beginne ich mit einem Rückblick auf den vergangenen Sonntag, in dem wir in unseren Kirchen noch Gottesdienst feiern konnten. Im Gottesdienst in der Kirche in Bütschwil haben wir vor dem Segen ein Lied aus dem Liederbuch "Gott sei Dank" gesungen. Der Klang und die Worte dieses gemeinsamen Singens begleiten mich auf meinen Wegen durch diese Tage, in denen so Vieles so anders ist als gewohnt. Der prächtige Sonnenschein spricht die Sprache von Zutrauen und Normalität, die geschlossenen Geschäfte und all die Nachrichten konfrontieren dagegen mit einer Wirklichkeit, die ich nicht kenne, nicht verstehe, die mich umtreibt.
Mögen Sie, mögen uns alle diese Zeilen des Liedes an den Segen Gottes erinnern, unter dem wir zu jeder Zeit und an jedem Ort stehen. Möge dieser Segen Gottes uns ruhig werden lassen, Zuversicht schenken und Hoffnung geben.

"Sei behütet Tag und Nacht. Wo du liegst und wo du stehst, halte Gottes Engel Wacht, dass du nicht verloren gehst, halte Gottes Engel Wacht, dass du nicht verloren gehst.
Sei begleitet, wo du magst, Gott bleibt nah, wo du auch bist, sorgt sich, dass du nie verzagst und dein Weg gesegnet ist, sorgt sich, dass du nie verzagst und dein Weg gesegnet ist."

Gottes Segen und herzliche Grüsse, Anselm Leser